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  • »hablizel« ist männlich
  • »hablizel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5

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1

Montag, 14. August 2017, 21:36

Abstinenz und / oder kontrolliertes Trinken?

Hallo Liebe Forumsmitglieder und Leser,

habe jetzt schon einige Zeit hier im Forum herumgestöbert und würde mich freuen, wenn ich zu einigen meiner Fragen Antworten erhalten könnte.

Zunächst die Fakten:

Vorfall: Trunkenheitsfahrt: 1,79 Promille (§316(1) StGB
Datum: 23.03.2017, 22.00 Uhr
Trinkbeginn: 16.00; Trinkende: 22.00 Uhr

Gesamt Konsum: 5 x 0,50 Liter und 4 x 0,33 Liter; gesamt: 3,82 Liter Bier (ca. 160 gr Alkohol?)
Ort: xxxx
AAK: 23.00 Uhr: 0,78 mg/l
BAK: 23.15 Uhr: 1,79 Promille
Strafe: 40 Tagessätze á € xx,00 (vom 26.04.2017 = Erlass, Start der Sperrfrist)
Sperrfrist: 9 Monate ab Erlass
Früheste Wiedererlangung des FS: 26.01.2018

Das schlechte an der Sache ist, dass ich noch ziemlich fit war und der Amtsarzt keine Anzeichen einer Trunkenheit feststellen konnte (lt. Ärztlicher Bericht).
Damit ist wohl von einer hohen Toleranzentwicklung bezüglich Alkohol auszugehen. Auch gegenüber der Polizei war ich sachlich.

Das weitere Vorgehen habe ich wie folgt geplant oder schon begonnen:
Abstinenz:
Letzter Konsum: 15.04.2017
Erste Haarprobe: 14.08.2017
Zweite Haarprobe: 15.11.2017 Ergebnis: bis 15.12.2017
? Kontrolliertes trinken: 15.11 – 15.02.2018 ???
MPU 15.02.2017 ???


Nun zu meinen Fragen:
- könnten 6 Monate AB und 3 Monate KT in meinem Fall ausreichen?
- Ist es sinnvoll, wenn ich auch später kontrolliert trinken will, dies für ca 2-3 Monate zu beweisen, wie kann ich KT beweisen?
- Ich habe auch gelesen, dass es auf einen selbst ankommt ob AB oder KT, aber was sind dabei genau die Kriterien, die man an sich anlegt?
- werden während des Kontrollprogramms (AB / KT) oder am Tag der MPU auch andere Stoffe getestet?
- gibt es allgemein gültige Grundlagen zur Begutachtung für den Gutachter?, wo??

Warum ich die Fragen stelle (trotz FAQ): einige Experten z.B. (Berater einer hiesigen Beratungsstelle eines karitativen Trägers) sagen: "unter 12 Monaten Abstinenz hast Du keine Chance". Von KT halten diese gar nichts. Eventuell hat sich auch etwas in der Rechtssprechung oder in Verwaltungsanweisungen geändert. Update?

Freu mich jetzt schon auf Antworten und die Diskussion.
Vielen Dank
LG
H´blizel

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Beiträge: 5

Wohnort: K´feld Baden Württemberg

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2

Montag, 14. August 2017, 21:46

.... ach, noch ne Frage:
Gruppensitzung oder Verkehrspsychologe im Einzelgespräch, welche Vorbereitung ist sinnvoll?

Psycho

Psycho

  • »Psycho« ist männlich

Beiträge: 3 804

Über mich: Ich arbeite seit knapp 20 Jahren auf dem Gebiet der professionelle MPU-Beratung. Falls jemand sich nicht mit dem "Zweitbesten" zufrieden geben will, sollte er mich kontaktieren.

Wohnort: Herne

Beruf: MPU-Berater

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3

Dienstag, 15. August 2017, 16:54

Hi hablizel!
Das weitere Vorgehen habe ich wie folgt geplant oder schon begonnen:

Abstinenz:

Letzter Konsum: 15.04.2017

Erste Haarprobe: 14.08.2017

Zweite Haarprobe: 15.11.2017 Ergebnis: bis 15.12.2017

? Kontrolliertes trinken: 15.11 – 15.02.2018 ???
Au weia und immer wieder: Aktionismus ist hier völlig fehl am Platz.
Du bist anscheinend Ersttäter. Unter 2.00 ‰
Niemand (außer selbsternannten Hobbykünstlern, die zwar von irgendwem bezahlt werden, aber ansonsten keine Ahnung haben - zumindest nicht von der MPU) verlangt hier eine Abstinenz!!
Aber wie willst Du kontrolliertes Trinken verkaufen, wenn Du lediglich Erfahrungen mit "ohne Alk" nachweisen kannst?
Auch finde ich immer wieder erstaunlich, dass so etwas niemandem auffällt.
Nun zu meinen Fragen:

1- könnten 6 Monate AB und 3 Monate KT in meinem Fall ausreichen?

2- Ist es sinnvoll, wenn ich auch später kontrolliert trinken will, dies für ca 2-3 Monate zu beweisen, wie kann ich KT beweisen?

3- Ich habe auch gelesen, dass es auf einen selbst ankommt ob AB oder KT, aber was sind dabei genau die Kriterien, die man an sich anlegt?

4- werden während des Kontrollprogramms (AB / KT) oder am Tag der MPU auch andere Stoffe getestet?

5- gibt es allgemein gültige Grundlagen zur Begutachtung für den Gutachter?, wo??

Ad 1: Nein! Du brauchst immer mindestens 6 Monate für eine "Mindeststabilität". 3 Monate KT gehen da gar nicht. AB könnte klappen (falls lebenslange AB das Ziel sein sollte).
Ad 2 - Siehe Ad 1- Wenn Du nicht trinken willst, sammelst Du Erfahrungen mit "null". Wenn Du "KT" machen willst, solltest du auch vor der MPU üben, damit Du das zum Begutachtungszeitpunkt auch gut genug kannst.
Ad 3 - Das vermutlich einzig verwertbare, was Du Dir angelesen hast. Es kommt nur auch Dich an! Die Kriterien: Warum willst Du das eine oder andere? Das sind die Kriterien.
Ad 4 - Nein
Ad 5 - Ja sicher! Beurteilungskriterien. Buch kostet ca. 150 Ocken. Du wirst aber nicht viel verstehen. Frag lieber hier nach. Ich versuche dann, es gut zu übersetzen.
Warum ich die Fragen stelle (trotz FAQ): einige Experten z.B. (Berater einer hiesigen Beratungsstelle eines karitativen Trägers) sagen: "unter 12 Monaten Abstinenz hast Du keine Chance". Von KT halten diese gar nichts. Eventuell hat sich auch etwas in der Rechtssprechung oder in Verwaltungsanweisungen geändert. Update?
Entschuldigung: Experten??? Da versucht einer, nach 3 Monaten zuschauen und einem Praktikum dem Friseurmeister erklären zu wollen, warum er nur Mist macht und es nicht so macht, wie Herr Praktikant sich das vorstellt. Der "Berater eines karitativen Trägers" sollte das weiter machen, warum er dort angestellt ist. Von MPU hat er mit so einer Aussage jedenfalls keine! Du darfst ihm das gerne zeigen!
Und für Dich: Frage ihn doch einfach nur mal: "Warum habe ich keine Chance?" Und poste das dann hier. Habe schon lange nicht mehr richtig laut gelacht.
Nein, die Rechtsprechung hat sich hier nicht geändert. Warum? Weil sie hier gar keine Rolle spielt.

Die MPU unterliegt dem Zivilrecht. Du gibst den Auftrag, der Gutachter erfüllt diesen Auftrag. Basta!
Das soll fürs erste reichen!
In diesem Sinne

Dipl.-Psych. Thomas Rock
Fachpsychologe für Verkehrspsychologie
Amtlich anerkannter verkehrspsychologischer Berater
02323 / 91 51 70 - 0
http://www.prompu.de
psycho@mpuforum.de
_____________________________________________
Der Mensch nimmt erst dann dir richtige Lösung,
wenn er vorher alle anderen ausprobiert hat.

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  • »hablizel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5

Wohnort: K´feld Baden Württemberg

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4

Mittwoch, 16. August 2017, 17:13

Hallo Psycho,

besten Dank für die klaren Aussagen.

Gerne will ich bei einigen Punkten nochmal nachfragen, weil ich jetzt doch etwas verunsichert bin:

Zitat

Au weia und immer wieder: Aktionismus ist hier völlig fehl am Platz.
ich dachte einfach: weil ich mindestens 6 Monate Verhaltensänderung Nachweisen soll fange ich am Besten gleich damit an...

Zitat

Du bist anscheinend Ersttäter. Unter 2.00 ‰

ja
Niemand (außer selbsternannten Hobbykünstlern, die zwar von irgendwem bezahlt werden, aber ansonsten keine Ahnung haben - zumindest nicht von der MPU) verlangt hier eine Abstinenz!

das ist jetzt kein Scherz: z.B. diplomierte SozialpädgogInnen mit jahrelanger Erfahrung in der MPU Beratung ("Fachstelle Sucht"), oder im Labor bei der Haarprobe ("ich sehe ja wer dann wiederkommt...") raten genau dazu: AB
Aber wie willst Du kontrolliertes Trinken verkaufen, wenn Du lediglich Erfahrungen mit "ohne Alk" nachweisen kannst?
Auch finde ich immer wieder erstaunlich, dass so etwas niemandem auffällt.
klingt tatsächlich logisch, warum also die vehementen Fehlinformationen? woher kommt das?
Ad 1: Nein! Du brauchst immer mindestens 6 Monate für eine "Mindeststabilität". 3 Monate KT gehen da gar nicht. AB könnte klappen (falls lebenslange AB das Ziel sein sollte).

wäre dann 3 Monate AB und 6 Monate KT sinnvoll? also mein eingeschlagener Weg nicht ganz für die Katz?
Ad 2 - Siehe Ad 1- Wenn Du nicht trinken willst, sammelst Du Erfahrungen mit "null". Wenn Du "KT" machen willst, solltest du auch vor der MPU üben, damit Du das zum Begutachtungszeitpunkt auch gut genug kannst.

hab nicht vor lebenslang abstinent zu bleiben
Ad 3 - Das vermutlich einzig verwertbare, was Du Dir angelesen hast. Es kommt nur auch Dich an! Die Kriterien: Warum willst Du das eine oder andere? Das sind die Kriterien.

schön, und anhand derer baue ich dann die Darstellung meiner Wesensänderung auf?
Ad 5 - Ja sicher! Beurteilungskriterien. Buch kostet ca. 150 Ocken. Du wirst aber nicht viel verstehen. Frag lieber hier nach. Ich versuche dann, es gut zu übersetzen.

ja, das mach ich gern. Ist aktuell auch vergriffen der Schmöker
Entschuldigung: Experten??? Da versucht einer, nach 3 Monaten zuschauen und einem Praktikum dem Friseurmeister erklären zu wollen, warum er nur Mist macht und es nicht so macht, wie Herr Praktikant sich das vorstellt. Der "Berater eines karitativen Trägers" sollte das weiter machen, warum er dort angestellt ist. Von MPU hat er mit so einer Aussage jedenfalls keine! Du darfst ihm das gerne zeigen!

also wie oben erwähnt, das sind schon Menschen, die täglich mit diesen Fragen zu tun haben.
Könnte es sein dass der Einfachheit halber einfach von vornherein auf Abstinenz hin geschult wird um den Fallstricken des KT zu entfliehen (wie bei BTM)?
Und für Dich: Frage ihn doch einfach nur mal: "Warum habe ich keine Chance?" Und poste das dann hier. Habe schon lange nicht mehr richtig laut gelacht.
Nein, die Rechtsprechung hat sich hier nicht geändert. Warum? Weil sie hier gar keine Rolle spielt.
ich werde der Sache nachgehen, verlass Dich drauf!
klar geb ich das dann hier weiter
Die MPU unterliegt dem Zivilrecht. Du gibst den Auftrag, der Gutachter erfüllt diesen Auftrag. Basta!
Das soll fürs erste reichen!
right!

also zusammenfassend:
- 3 Monate AB und 6 Monate KT (mit klarer Argumentation warum) sinnvoller Weg?
- wie kann KT plausibel dargelegt werden (Nachweise??)
- Vorbereitung in Gruppensitzungen oder Einzelgesprächen oder beides? wäre es überengagiert beides zu tun?

freu mich schon auf die Antworten.
LG
Hablizel

mark8568

"Dampfplauderer"

  • »mark8568« ist männlich

Beiträge: 5 372

Wohnort: Nürnberg

Beruf: Rentner

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5

Mittwoch, 16. August 2017, 21:56

Hallo Hablizel :will

also zusammenfassend:
- 3 Monate AB und 6 Monate KT (mit klarer Argumentation warum) sinnvoller Weg?
3 Monate nicht AB, sondern einfach Trinkpause. Wer nicht lebenslang abstinent leben will, muss kein AB machen. Nach der Trinkpause dann halt KT üben, niemand verlangt, das Du dich sofort festlegst.
- wie kann KT plausibel dargelegt werden (Nachweise??)
Plane deine Trinkanlässe im Voraus und setze Dir dann eine Grenze, wieviel Du höchstens trinkst und überschreite das auch nicht. Evtl einr Art Trinktagebuch führen, in dem Du alles einträgst - kann formlos sein.

Nachweise, es kann passieren, das bei der MPU eine Haarprobe entnommen wird und da sollte der ETG-Wert zwischen 7 - 20 pg/ng liegen (moderates Trinkverhalten)
- Vorbereitung in Gruppensitzungen oder Einzelgesprächen oder beides? wäre es überengagiert beides zu tun?

Ich rate zu Einzelsitzungen, sind wesentlich zielführender
Gruß aus Nürnberg
mark8568 :wave:

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


Evtl. rechtiche Hinweise stellen keine Rechtsberatung dar
"Nüchtern wäre ich doch nie besoffen Auto gefahren"
Mein Geschwafel ist lediglich eine Mischung aus Lebenserfahrung und Profilierungssucht!
Ich hasse Menschen, Tiere und Pflanzen. Steine....Steine sind ok :thumbup:

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