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06.01.2004, 19:36

MPU Neuling - 1000 Fragen...

Hallo Forum Team!

Ich habe mich heute den ganzen Tag damit beschaeftigt, die Postings hier zu lesen, und muss Euch erstmal zu der Seite gratulieren (auf die ich merkwuerdigerweise erst heute gestossen bin), die wirklich konstruktive Tips gibt, sich mit der Problematik Alkohol / Autofahren auseinanderzusetzen und sein Verhalten zu aendern. Sinn der MPU ist es ja nicht, kurz vor dem Termin „trocken“ zu sein und danach wieder froehlich weiter zu machen wie vorher. Wer trinkt und danach Auto faehrt, benutzt sein Fahrzeug als Waffe und ist nicht im Stande, am Verkehr teilzunehmen.

Aber wie auch immer, jetzt mal zu meiner Geschichte, hab naemlich ein paar Fragen, denn bei mir steht auch eine MPU an...

Also: Ich bin zum zweiten Mal mit Alkohol am Steuer kontrolliert worden, das erste Mal 1994 (BAK 1,41; 12 Monate Sperrfrist, relativ „milde“ Geldstrafe wegen damaligem Zivi-Gehalt; keine MPU), das zweite Mal am 23.02.2003 (BAK 1,36; nach Erteilung der Strafbefehls am 12.05.03 Sperrfrist von 9 Monaten (endet am 11.02.04); 40 Tagessaetze Geldstrafe). Bei der Aussage auf der Polizeistation einige Tage nach dem Vorfall hatte mir der vermeintlich nette Polizeibeamte mitgeteilt, dass ich wohl nicht mit einer MPU zu rechnen haette, da der erste Delikt ja ueber 7 Jahre zurueckliege und somit verjaehrt sei. Ein Besuch bei der Fuehrerscheinstelle am 22.12.2003 zur Neubeantragung meines Fuehrerscheins hat mich eines Besseren belehrt. Der Herr dort war nicht so nett und hat mir nach Akteneinsicht eroeffnet, dass eine Wiedererteilung nur nach erfolgreicher Absolvierung der MPU moeglich ist, da bei mir ein Wiederholungsfall vorliege. Das ware natuerlich erstmal ein Hammer, wenn ich mich nicht auf der Aussage der Polizei verlassen haette, haette ich meine gruendliche Vorbeitung fuer die MPU schon wesentlich frueher beginnen koennen, bzw. diese schon laenger dokumentieren koennen. Wie auch immer, dass ich meinen FS am 11.02.2004 wiedererhalte, kann ich wohl vergessen. (Frage 1: richtig?)

Dass es ueberhaupt zu einem zweiten Vorfall gekommen ist, liegt wohl daran, dass ich beim ersten Mal noch mit einem blauen Auge davon gekommen bin, ich noch jung war (damals 22) und wohl auch nicht einsichtig mein Verhalten geaendert habe. Ich habe zwar danach nach Alkoholkonsum immer oeffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi benutzt oder bei Freunden uebernachtet. Allerdings kam es doch noch immer mal vor, dass ich zu viel getrunken habe. Grundsaetzlich muss ich sagen, dass ich nie alleine trank, mehr der Genusstrinker mit der Tendenz zum „Beta“ (nach Jellinek) - bzw. Gelegenheitstrinker war, d.h. die sich bietenden Gelegenheiten mit Freunden bei nem guten Essen oder in ner Kneipe auch meist zum Alkoholgenuss nutzte. Da wurde aus den zwei Glaesern Wein alle paar Wochenenden auch mal eine Flasche und ein „Verdauerli“. Und so ein Abend war auch der 23.02.2003. Wir waren tagsueber in der Gruppe unterwegs, spazieren und hatten einen Spielenachmittag und sind danach in die Kneipe. Da wurden aus zwei Apfelwein dann 5 und 2 Kraeuterlikoere, weil dummerweise auch noch „Happy Hour“ war... Es kam also zu dem vielbesagten „Kontrollverlust“, ich bin noch ins Auto gestiegen, weil ich dieses am naechsten Tag aus beruflichen Gruenden dringend brauchte, da ich auf Geschaeftsreise musste. Ich habe mich eigentlich nicht mehr in der Lage gefuehlt Auto zu fahren, habe aber aus Dummheit und gefaehrlicher Selbstueberschaetzung gehofft, die 5km nachts um 24:00 Uhr nach Hause zu schaffen, ohne dass etwas passiert. Passiert ist Gott sei Dank auch nichts, allerdings kam ich 500 Meter vor meiner Wohnung in die Polizeikontrolle. Da ist fuer mich natuerlich eine Welt untergegangen. Im Nachhinein habe ich aber erkannt, dass das alles sehr gut fuer mich war. Mittlerweile weiss ich, dass es nicht haette so weitergehen koennen, es hat einfach „Klick“ gemacht. Mir ist klar geworden, dass ein solches Verhalten absolut unverantwortlich ist und ich wirklich schon ein Problem mit Alkoholmissbrauch hatte. Ich habe immer getrunken in der Gruppe, mit den Freunden, aus „Geselligkeit“ und es wurde immer mehr. Nur so ist ja auch eine Alkoholgewoehnung von knappen 1,4 Promille und die Faehigkeit, ueberhaupt noch ein Auto lenken zu koennen, zu erklaeren.

Nach dem Vorfall habe ich zunaechst gar nichts mehr getrunken, habe aber fuer mich festgestellt, dass mich nicht fuer alkoholabhaengig halte, also nicht zwingend abstinent sein muss. Nur ist die Menge einfach zu viel gewesen. In der Zwischenzeit trinke ich am Wochenende mal wieder ein Glas Wein zum Essen, oder auch mal einen heissen Apfelwein auf dem Weihnachtsmarkt (wie im Dezember geschehen). Allerdings nach wie vor nicht unter der Woche, mehr aus Genuss und nun auch mit einem anderen Freundeskreis. Ich habe einen Partner in einer Fernbeziehung in Holland, dort einen neuen Freundeskreis aufgebaut, schon allein aus deren familiaeren Umfeld (es sind fast alles Eltern mit Kleinkindern) kommt es dort am Wochenende ganz andere Aktivitaeten wie Kino, Schlittschuhlaufen, Spiele-Abende, etc. und es wird auch nicht annaehernd so viel Alkohol getrunken. Zudem gibt es in Holland auch eine Initiative, die sich „Bob“ nennt und nichts anderes ist, als an jedem geselligen Abend einen Fahrer zu definieren, der natuerlich keinen Alkohol trinkt. Diese Initiative ist sehr witzig gemacht und stoesst dort auf grossen Zuspruch, so natuerlich auch in meinem neuen Umfeld. Keiner meiner Freunde trinkt und faehrt und hat das auch noch nie gemacht. Ausserdem habe ich anfang letzten Jahres einen neuen Job angefangen, der mir sehr viel Spass macht und in den ich mich unter der Woche richtig reinkniee, vor allem weil ich sehr viel in Europa unterwegs bin. Mein Leben hat durch all diese Veraenderungen enorm an Qualitaet gewonnen und ich denke, ich werde in der Zukunft Alkohol und Autofahren klar trennen koennen.

Soweit zur Vorgeschichte, nun zu meinem Problem. Da ich ja nun erst am 22. Dezember 2003 erfahren habe, dass ich zur MPU muss (was ich natuerlich durch intensiveres Studium der Materie auch vorher schon selbst haette herausfinden koennen), habe ich keine offiziellen Dokumente, dass ich mich mit der problematik auseinandergesetzt habe. Ich war gleich am 23.12.03 bei meinem Hausarzt zur Blutwertuntersuchung, damit ich zumindest den medizinischen Teil ueber die Buehne bekommen kann. Meine Ergebnisse sind (wohl nach der 37° Methode):

Wert Referenzwert
MCV 92,1 80 (81) – 94 (99)
SGOT 31 10 – 50 (35)
SGPT 25 10 – 50 (35)
GGT 37 - < 66 (39)

Zunaechst mal: Sind die Werte ok? Sie lagen ja alle im Normbereich, was mir mein Arzt auch bestaetigte. Ausserdem: ich blicke nicht so ganz durch die Referenzwerte durch wegen der vielen Klammern, was gehoert denn da zu was? Sind die Werte in Klammern die Werte fuer Frauen?

Dazu kommt noch mein Problem mit der Dokumentation meiner Verhaltensaenderung, da die Durchfallquote bei der MPU ja wohl ziemlich hoch ist, wenn man keinen Teilnahmenachweis an einem Rehabilitationskus nachweisen kann. Ich hatte am 22.12.03 ein telefonisches und gestern (05.01.04) ein persoenliches Gespraech mit einem Mitarbeiter des „Vereins für Suchtmittel-abhängige und Alkohol-auffällige Kraftfahrer Frankfurt am Main e.V.“, der mir zu einem Kurs an 4 Samstagen von 10-15 Uhr und einem intensiven Gespraech mit dem dort unterstützenden Dipl.-Psychologen geraten hat, welches am 19.01.2004 stattfinden wird. Der Kurs beginnt Mitte Februar, also nach Ende meiner Sperrfrist. Ist denn das ok? Und wie lange ist dann erfaehrungsgemaess noch die Zeit bis zum MPU-Termin? Ich muss dazu sagen, dass ich die offizielle Aufforderung der Fuehrerscheinstelle fuer die MPU noch nicht erhalten habe. Ich nehme an, dass die Absolvierung des Kurses dringend zu raten ist, oder?? Den Termin 11.02.2004 kann ich so oder so aber nicht halten, oder?

Ach ja, nochwas: Kann ich selbst Einsicht in meine Straf- bzw. Fuehrerscheinakte erhalten? Und ist es normal, dass man keine Kopie einer Zeugenaussage bei der Polizei erhaelt?

So, jetzt habe ich Unmengen geschrieben und bin gespannt auf Ihre Einschaetzung...

Gruss,
Tony
Gruss,
Tony

:pfeif1: Es gibt viel zu tun, lassen wir uns Krankschreíben :pfeif1:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tony« (06.01.2004, 21:24)


Haribo

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2

07.01.2004, 07:09

RE: MPU Neuling - 1000 Fragen...

Zitat

Original von tony
Ach ja, nochwas: Kann ich selbst Einsicht in meine Straf- bzw. Fuehrerscheinakte erhalten? Und ist es normal, dass man keine Kopie einer Zeugenaussage bei der Polizei erhaelt?



Hallo Tony,

erst mal zu den formalen Geschichten: Natürlich hast du ein Akteneinsichtsrecht. Darauf hättest du bei der Anordnung der MPU auch hingewiesen werden müssen... Also bei deiner FE-Behörde anfragen, wann das möglich ist. Mach es so zeitig wie möglich, damit deine Akte noch da ist und noch nicht bei der Begutachtungsstelle.

Zu den Werten werden sich Experten hier sicher noch äußern, auch dazu, ob bei dir jetzt eher Abstinenz oder kontrolliertes Trinken angesagt ist.

Erstmal lieben Gruß in die Niederlande.

3

07.01.2004, 09:44

RE: MPU Neuling - 1000 Fragen...

Hi Haribo,

erstmal danke fuer die Antwort. Hingewiesen hat mich die FS Stelle auf gar nichts. Wie gesagt habe ich ja auch die offizielle (schriftliche) Aufforderung zur MPU noch nicht erhalten. Aber die Behoerde kann ja die Akte noch gar nirgendwo hinschicken, weill ich mich ja noch gar nicht fuer eine Begutachtungsstelle entschieden habe, oder?

Werde mich aber trotzdem so bald wie moeglich erkundigen wann ich da mal vorbeischauen kann, damit ich alle Details zusammen habe.

Also danke nochmal fuer den Hinweis!

Gruss,
Tony

PS: Bin uebrigens in Frankfurt, mein Partner ist in den Niederlanden... Aber der freut sich sicher auch ueber den Gruss! :blush:
Gruss,
Tony

:pfeif1: Es gibt viel zu tun, lassen wir uns Krankschreíben :pfeif1:

4

07.01.2004, 09:47

Hallo Toni,

ich hab deine Vorgeschichte interessiert gelesen, da sie mit meiner fast identisch ist. Zwei Delikte, den 1. mit 1,41 Promille 1999, den 2. Anfang letzten Jahres mit 1,38. Auch ich hatte mich nicht genug informiert und mich auf die Aussagen meines Anwaltes verlassen, umso geschockter dann die Gewissheit, doch eine MPU absolvieren zu müssen. Also wurde auch für mich damit die Zeit sehr knapp, da meine Sperrfrist am 2. Februar endet.

Da ich ebenfalls überzeugt war, nicht alkoholabhängig, sondern "nur" Alkoholmissbräuchler" zu sein, habe ich bewusst keine Kurse gewählt, die in Richtung Suchtberatung und -therapie gehen. Stattdessen nahm ich an vier Einzelstunden eines Dipl. Fachpsychologen teil, die ich innerhalb von kurzer Zeit absoliverte. Meine MPU fand dann auch relativ schnell statt kurz vor Weihnachten. Nun warte ich noch auf das Ergebnis. Also... auch bei mir alles in relativ kurzer Zeit.
Gruß von Betty

5

07.01.2004, 09:52

uppss.. doppelt
Gruß von Betty

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »BettyBlue« (07.01.2004, 09:53)


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