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10.01.2015, 12:22

2. TF nach 9 Jahren, bitte um Hilfe!

Hallo liebe MPUForum Gemeinde,

zuerst möchte ich mich für dieses
informative Forum bedanken. Ich habe seit einigen Tagen hier
mitgelesen und bin auf zahlreiche Menschen getroffen, die die selben
Fehler wie ich begangen haben. Die Hilfe, die sie hier im Forum
erhalten haben, hat mich ermutigt endlich auch etwas zu schreiben.

Mein Führerschein ist seit dem
07.07.2013 entzogen worden. Ich bin an diesem Tag besoffen Auto
gefahren und in eine Routinekontrolle reingeraten. BAK 1,47%o.
Strafbefehl: 800,00 € Geldstrafe und 6 Monate Sperrfrist.

Das alleine wäre schon schlimm genug,
wenn da nicht eine fast identische TF im Jahre 2004 gewesen wäre:
Dort bin ich eine Woche vor Fastnacht in eine Routinekontrolle
gekommen. BAK 1,31 %o. Sperrfrist 8 Monate. Wiedererteilung der
Fahrerlaubnis (ohne MPU, aber Seminar für alkoholauffällige
Fahranfänger) am 20.10.2004.

Als ich damals den FS wieder bekam,
habe ich mir geschworen nie wieder in meinem Leben Auto zu fahren,
wenn ich Alkohol getrunken habe. Ich habe meine Auto stehen lassen,
wenn ich getrunken habe. Nur nicht an diesem Morgen im Jahre 2013.

Ihr werdet euch nun Fragen „an diesem
Morgen“? Ja, ich wurde am 07.07.2013 um 9:10 Uhr routinemäßig
angehalten. Die Blutentnahme fand um 9:45 statt. BAK wie geschrieben
1,47%o.

Am Tag davor befand ich mich ab 15 Uhr
auf einem Festival und bin dort mit eigenem PKW und 2 Freunden
angereist. Mein Plan war es dort mein „1er Zeugnis“ der
Berufsschule zu feiern, Live-Musik zu hören und anschließen dort zu
zelten und auszuschlafen. Am nächsten Tag wollte ich dann, wenn ich
wieder “fit“ bin, mit dem Auto nach Hause fahren. Es war
wunderschönes Wetter an dem Tag und auch sehr heiß. Ich habe ab
Nachmittags angefangen Colabier (0,33er) und nach 1-2 Stunden Bier
(0,33er) zu trinken. Zwischendurch habe ich keine alkoholfreien
Getränke zu mir genommen. Gegessen habe ich auch kaum etwas, es war
sehr heiß und ich hatte irgendwie keinen richtigen Appetit. Bis wir
zum eigendlichen Konzert aufgebrochen sind, habe ich wohl etwa 7-10
Bier getrunken, kein Schnaps oder dergleichen. Auf dem Konzert war
mein Kollege sehr spendierfreudig und hab mir weiteres Colabier aus.
Das waren ca. 3-5 Colabier a 0,4l. Dem Alkohol, der Temperatur und
dem leeren Magen geschuldet war ich doch sehr schnell betrunken.
Gegen 2 Uhr Nachts machte ich mich dann auf den Weg Richtung Zelt und
legte mich schlafen. An den Rückweg kann ich mich nur noch
lückenweise erinnern, d.h.es ist durchaus möglich das ich noch
weiteren Alkohol, auch Schnaps mit anderen Besuchern des Festivals
konsumiert habe.

Aufgewacht bin ich um kurz nach 8 Uhr
morgens. Ich fing langsam an unseren Zeltplatz rundherum zu reinigen,
mein Zelt abzubauen und machte auch meine Kollegen wach. Sie waren
etwas verwundert, warum ich denn schon aufbrechen wollte. Bis auf
Kopfschmerzen befand ich mich selber eigentlich fit und wollte nur
nach Hause, bevor der ganze Stau anfängt und wir in der Hitze ewig
stehen. Gesagt getan packten wir alle Sachen ein, fuhren den Müll
noch auf die Sammelstelle des Festivals und machten uns auf den
Heimweg. Ich fühlte mich in der Lage sicher Auto zu fahren und ich
hätte niemals mit einer derart hohen Restalkoholkonzentration
gerechnet. Meine Freunde wollte mich zwar von dem frühen Heimfahren
abbringen, aber ich habe sie umgestimmt da ich mich fit fühlte. Kurz
vor der Autobahnauffahrt wurde ich dann von einer Polzeikontrolle
(die bestimmt auch wegen dem Festival dort stand) rausgewunken.
Zuerst Drogentest = negativ, danach bat mich der Beamte noch zu
pusten. Jetzt klingelten bei mir die Alarmglocken... ich dachte auf
einmal wieder an den ersten Entzug, die Konsequenzen... auch wenn ich
„nur 0,5 %o“ oder so habe. Aber weit gefehlt. Ich habe beim
ersten Anlauf 1,44 geblasen. Ich war geschockt. Soviel hätte ich
nie für möglich gehalten. Es viel für mich eine Welt zusammen.

Die Woche darauf hatte ich
glücklicherweise noch Urlaub. Meiner Familie habe ich direkt alles
erzählt. Nur wusste ich nicht wie ich mich gegenüber meinem
Ausbilder verhalten sollte. Schweigen oder Zugeben? Ich habe mich für
die zweite Variante entschieden. Es ging auch im Nachhinein
betrachtet nicht wirklich anders, da ich als Auszubildender davor
sehr oft mit dem Firmenwagen losgeschickt worden bin. Wie hätte ich
das längere Zeit umgehen sollen? Das machte meiner Meinung nach
wenig Sinn und hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Aus diesem
Grund und weil ich mich meinen Fehlern stellen wollte, habe ich am
ersten Tag nach meinem Urlaub das Gespräch mit meinem Chef gesucht.
Heute betrachtet war es wohl die beste Entscheidung. Ich habe mit
offenen Karten gespielt und mein Chef weiß um die FS Problematik bei
mir. Auch der Kollegenkreis bekam es nach und nach mit.

Wie ich oben bereits in der Einleitung
geschrieben habe, werde ich genau von diesem Chef in gut 2 Wochen
übernommen. Langfristig soll ich aber in den Außendienst der Firma,
das heisst ich brauche meinen Führerschein auch wieder.

Ich habe die Zeit seit meiner zweiten
TF folgendermaßen genutzt:
  • Aufarbeitung meiner TF mit meiner
    Familie und Freunden

  • Sehr viel gelesen, aber noch keine
    Kurse besucht

  • Sperrzeit ist am 09.03.2014
    abgelaufen, ich habe aber noch keinen Neuantrag gestellt

  • gespart, gespart, gespart, trotz
    geringer Ausbildungsvergütung

  • mein Leben ein stablies Fundament
    durch eine sehr gut abgeschlossene Ausbildung gegeben.

Viele von euch werden jetzt sagen, dass
ich mich schon viel früher um die MPU, eventuelle Abstinenz usw.
kümmern hätte müssen. Ich habe aber meine Prioritäten anders
gelegt. Mir war es wichtiger, mir zuerst ein finanzielles Polster zu
verschaffen. Das habe ich nun. Außerdem wollte ich mich voll auf
meine Ausbildung konzentrieren und diese bestmöglich abschließen um
eine Pespektive für mich und meine kleine Familie zu haben. Das habe
ich nun auch geschafft.

Jetzt kann ich meine volle
Aufmerksamkeit auf meinen Führerschein legen. Der erste Schritt, die
Anmeldung in diesem Forum und dieser Text ist auch geschafft. Ihr
habt jetzt einen ersten Einblick wie es zur TF kam. Im nächste
Beitrag werde ich euch meinen jetzigen Umgang mit Alkohol
beschreiben.

Solltet ihr bis hierhin Fragen haben,
stellt sie bitte. :-)

Freundliche Grüße

Christian
"Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt" Laotse

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Stu11i« (09.03.2016, 07:22)


mark8568

"Dampfplauderer"

  • »mark8568« ist männlich

Beiträge: 5 394

Wohnort: Nürnberg

Beruf: Rentner

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2

10.01.2015, 16:45

Hallo Stu11i :will

Wiedererteilung der
Fahrerlaubnis (ohne MPU, aber Seminar für alkoholauffällige
Fahranfänger) am 20.10.2004.
Du hattest also keine MPU, dann wäre es auf jeden Fall mal ratsam, eine Akteneinsicht bei der FsSt zu beantragen, um zu sehen, was genau in der Akte steht.
Meinen Umgang mit Alkohol versucht
zu ändern
Inwiefern?
Gruß aus Nürnberg
mark8568 :wave:

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


Evtl. rechtiche Hinweise stellen keine Rechtsberatung dar
"Nüchtern wäre ich doch nie besoffen Auto gefahren"
Mein Geschwafel ist lediglich eine Mischung aus Lebenserfahrung und Profilierungssucht!
Ich hasse Menschen, Tiere und Pflanzen. Steine....Steine sind ok :thumbup:

3

10.01.2015, 18:13

Du hattest also keine MPU, dann wäre es auf jeden Fall mal ratsam, eine Akteneinsicht bei der FsSt zu beantragen, um zu sehen, was genau in der Akte steht.
Hallo mark8568, erstmal danke für deine schnelle Antwort. Nein, ich hatte nach meiner ersten TF keine MPU Anordnung bekommen. Als ich meinen FS damals wieder beantragte, musste ich ein Aufbauseminar für alkoholauffällige Fahranfänger besuchen. Danach bekam ich meinen FS ohne weitere Auflagen wieder ausgestellt. Ich befand mich bei meiner ersten TF in der Probezeit und die wurde auch danach auf 4 Jahre verlängert.

Seit der 1. TF im Jahr 2004 und der 2. TF im Jahr 2013 sind keine verkehrsrechtlichen Verstöße von mir begangen worden. Ich bin noch nicht einmal geblitzt worden. Das ein oder andere Parkknöllchen war aber dabei :lol1:


Die Akteneinsicht werde ich nun in der kommenden Woche beantragen. Sobald ich die Akte zu Gesicht bekomme, werde ich mir alles wissenswerte notieren und euch zur Verfügung stellen. Gibt es dabei etwas zu beachten? Welche Informationen sind besonders relevant?

"Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt" Laotse

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Stu11i« (09.03.2016, 07:22)


Psycho

Psycho

  • »Psycho« ist männlich

Beiträge: 3 817

Über mich: Ich arbeite seit knapp 20 Jahren auf dem Gebiet der professionelle MPU-Beratung. Falls jemand sich nicht mit dem "Zweitbesten" zufrieden geben will, sollte er mich kontaktieren.

Wohnort: Herne

Beruf: MPU-Berater

  • Private Nachricht senden

4

10.01.2015, 18:15

Hi Stu11i
Im nächste
Beitrag werde ich euch meinen jetzigen Umgang mit Alkohol
beschreiben.
Unnötig. Da Du Wiederholungstäter bist und wie Du selber sagst, dir fest vorgenommen hast, dass das nie wieder passiert (und ist doch wieder passiert), gibt es nur eine gelebte Alkoholabstinenz, um diese Problematik dauerhaft unter Kontrolle zu bringen (Sorry, ist nicht unbedingt meine Meinung, aber das Geschehen wird so interpretiert werden.
In diesem Sinne

Dipl.-Psych. Thomas Rock
Fachpsychologe für Verkehrspsychologie
Amtlich anerkannter verkehrspsychologischer Berater
02323 / 91 51 70 - 0
http://www.prompu.de
psycho@mpuforum.de
_____________________________________________
Der Mensch nimmt erst dann dir richtige Lösung,
wenn er vorher alle anderen ausprobiert hat.

5

10.01.2015, 18:22

Hi Stu11i
Im nächste
Beitrag werde ich euch meinen jetzigen Umgang mit Alkohol
beschreiben.
Unnötig. Da Du Wiederholungstäter bist und wie Du selber sagst, dir fest vorgenommen hast, dass das nie wieder passiert (und ist doch wieder passiert), gibt es nur eine gelebte Alkoholabstinenz, um diese Problematik dauerhaft unter Kontrolle zu bringen (Sorry, ist nicht unbedingt meine Meinung, aber das Geschehen wird so interpretiert werden.
Hallo Psycho,

danke für deine Antwort. Mein Weg heißt also Abstinenz. Ich habe schon fast damit gerechnet, aber durch den ein oder anderen Thread hier habe ich eine kleine Restchance für KT gesehen. Das weitere Vorgehen wäre nun zuerst eine Anmeldung zum Screening, ein Jahr AB und eine Beratung durch einen VP!? Oder wie gehe ich deiner Meinung nach am besten vor?
"Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt" Laotse

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